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Alle, welche dich suchen

Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
Und die, so dich finden, binden dich
an Bild und Gebärde.

Ich aber will dich begreifen
wie dich die Erde begreift;
mit meinem Reifen
reift
dein Reich.

Ich will von dir keine Eitelkeit,
die dich beweist.
Ich weiß, dass die Zeit
anders heißt
als du.

Tu mir kein Wunder zulieb.
Gib deinen Gesetzen recht,
die vonGeschlecht zu Geschlecht
sichbarer sind.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)
gefunden in der Rheinischen Post zum Tag des Gedichtes 27.11.2004