
Johann Peter Eckermann (* 21. September 1792 in Winsen (Luhe); † 3. Dezember 1854 in Weimar) war ein deutscher Dichter und enger Vertrauter von Goethe.
Weniger seine Gedichte, die in einem zweiten Bande im Jahre 1838 erschienen, als vielmehr die Niederschrift seiner Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens haben Johann Peter Eckermann literarisch unsterblich gemacht. „Goethes Unterhaltungen mit Eckermann, das beste deutsche Buch, das es gibt.“ (Friedrich Nietzsche, 1878).
Seine Bedeutung für die Literaturgeschichte und die Goetheforschung wird bis heute kontrovers diskutiert. So z.B. im Bühnenstück von Martin Walser In Goethes Hand. Auch bei seinen Zeitgenossen war er umstritten. Heinrich Heine verspottete ihn als „Goethes Papagei“.[1] Als einen der ihren wollten die deutschen Dichter von Rang und Stand den Sohn eines Hausierers nicht anerkennen. Als „Goethes Sekretär“ fühlte sich Eckermann bereits zu Lebzeiten verkannt: „Allein daran ist kein wahres Wort!“, wehrte er sich, zählt die Sekretäre auf, die Goethe beschäftigte, und weist eine solche Klassifizierung für sich persönlich zurück. Er sieht sich als Gefährten und Freund des Dichterfürsten, in dessen Dienst er neun Jahre seines Lebens und seiner Schaffenskraft stellt. Goethe nennt ihn denn auch seinen „getreuen Eckart“, und lässt ihm einen Doktorgrad der Universität Jena verleihen, was Eckermann peinlich ist: „Ich musste es geschehen lassen, aber ich war nur glücklich, als ich noch ein ganz einfacher Herr Eckermann war.“
Ohne Eckermann hätten wir heute wahrscheinlich keinen Faust II, und spätere Generationen hätten sich Goethes lyrisches Werk mühsam zusammensuchen müssen. Eckermanns unmittelbare Skizzen in seinem 1836 veröffentlichten Hauptwerk Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens haben ihre Originalität und Gültigkeit auch für heutige Leser behalten. Viele Textstellen können als Leitsätze und Lebensweisheiten auch ohne den weiteren Textzusammenhang, für sich genommen, stehen, und nicht wenige dürfen als treffende Kommentare oder kritische Anmerkungen zu Phänomenen unserer Gegenwart gelesen werden und stehenbleiben.
Quelle: Wikipedia, Die freie Enyjkopädie