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Auerbach, Berthold

  • Bei allem schweren Denken in die Ferne fordern die Gegenwart und der Tag ihr Recht.   
  • Der brave Mensch grämt sich weit mehr über ein Unrecht, das er getan hat, als über ein solches, das ihm angetan wurde.   
  • Der Empfindsame ist der Waffenlose unter lauter Bewaffneten.   
  • Der Gebildete hat ein bewaffnetes Auge.   
  • Der untrüglichste Gradmesser für die Herzensbildung eines Volkes und eines Menschen ist, wie sie die Tiere betrachten und behandeln.   
  • Die Liebe ist einäugig, aber Hass gänzlich blind.   
  • Ein bis zum Stolz gehendes Selbstbewusstsein, wenn es recht gelenkt ist, kann ein sicheres Moralprinzip werden.   
  • Eine Idee muss Wirklichkeit werden können oder sie ist eine eitle Seifenblase.   
  • Es gibt Gefahren, denen zu entfliehen nicht Feigheit ist, sondern höchster Mut, die Kraft, sich selbst zu besiegen.   
  • Es gibt Menschen, die sich auch innerlich kleiden, wie es die Mode heischt.   
  • Man wünscht viel, was einem nicht recht wär‘, wenn‘s nachher in Erfüllung ginge.   
  • Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden, da die Seele spricht.   
  • Unruhe ist der ärgste Dämon im Leben.   
  • Von allen Qualen, die den Menschen heimsuchen, ist die Selbstverachtung die höchste.   
  • Was wäre die Erfüllung der Pflicht, wenn sie kein Opfer kostete?   
  • Wenn man verheiratet ist, ist‘s aus und vorbei mit dem Eigenwillen.Wer Hass und Verachtung in der Seele trägt, ist schwer belastet und kann nie frei aus sich atmen.   
  • Wer keine Freude an der Welt hat, an dem hat die Welt auch keine Freude.   
  • Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte.